Weisgerber will "Rückgrat Mittelstand" stärken
Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber ist gemeinsam mit 100 Mitgliedern der CSU-Ortsverbände aus dem Mainbogen zu Gast bei der Firma Trips in Grafenrheinfeld.
Bürokratieabbau, mehr Geld, Richtlinien bei Zahlungsverzögerungen, ein "KMU-Test", der Gesetzesinitiativen auf Mittelstandstauglichkeit prüfen soll: Mit diesen Themen will Dr. Anja Weisgerber den Mittel-stand stärken und damit auch kleinen und mittleren Betrieben aus der mainfränkischen Region den Weg aus der allgemeinen Krise erleichtern.
Dies dürften gute Nachrichten für die Geschäftsführung der Firma Trips aus Grafenrheinfeld sein, die am 25. April der CSU des Schweinfurter Mainbogens ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellte, um mit der Europaabgeordneten über Chancen und Herausforderungen Europas zu sprechen.
Trips ist von der allgemeinen Krise bis jetzt weitgehend verschont geblieben. "In wirtschaftlichen Boomzeiten profitieren wir von Unterneh-men, die in Automatisierung investieren, um ihre Produktivität zu steigern," erklärt Carolin Trips den Erfolg des Unternehmens, "in Zeiten schwacher Konjunktur ist Automatisierung für viele überlebenswichtig, um Rationalisierungsreserven zu heben. Da sind wir wieder im Spiel."
Und so freut sich der Betrieb trotz Krise über eine stabile Auftragslage und volle Fertigungshallen. Davon konnten sich die Besucher während des Betriebsrundgangs überzeugen, zu dem die Geschäftsführer Carolin und Christian Trips sowie Detlef Reusch im Anschluss an ihre Vorträge eingeladen haben. "Gleichwohl würde ein Abbau bürokratischer Hürden und ein stärkerer Fokus auf mittlere Unternehmen uns das Leben erleichtern," so Carolin Trips.
Dafür versprach Dr. Weisgerber, sich in Brüssel einzusetzen. Unter dem Titel "Small Business Act" arbeitet sie u.a. an der Etablierung eines Rahmenwerkes für die EU und ihre Mitgliedsstaaten mit, das sich der Interessen kleiner und mittlerer Unternehmen auf europäischer Ebene annehmen soll. Ziel sei es, den Mittelstand stärker in allen Bereichen der Politik - von der Gesetzgebung bis zum öffentlichen Dienst - in den Blickpunkt zu rücken.
Dr. Weisgerber betonte in ihrem Grußwort die Chancen Europas, die bei aller Kritik häufig übersehen werden. Europa sei die Antwort auf die Globalisierung und Deutschland von Europa abhängig, nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich. So gehen 60 Prozent aller deutschen Exporte ins EU-Ausland und jeder sechste Arbeitnehmer in Deutschland wird mit Aufträgen aus dem europäischen Binnenmarkt beschäftigt.
Gerade auch in der Krise sei ein starkes Europa gefordert, das den USA und aufstrebenden Nationen wie China und Indien auf dem Weltfinanzmarkt die Stirn bieten kann. Und Europa sei handlungsfähig. So habe die EU beim Weltfinanzgipfel Anfang April in London eine gemeinsame Linie für eine stabile Weltfinanzordnung eingebracht und durchgesetzt. Die Abschlusserklärung der G20 sieht Regeln für mehr Transparenz und Kontrolle in der Finanzwelt vor. Angefangen bei der Regulierung und Überwachung von Hedge-Fonds und Ratingagenturen bis hin zur Austrocknung von Steueroasen.
Für die Wahrnehmung unterfränkischer Interessen gründete die Schwebheimer Europa-Parlamentarierin eine "AG Europa", die regelmäßig Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zusammenbringt, um sich über europapolitische Themen auszutauschen, Anliegen aufzunehmen und in Brüssel einzubringen. Dieses Forum habe in der Vergangenheit auch unterfränkische Anliegen in Gesetzgebungsprozesse eingespeist, wie beispielsweise die Diskussion über die Weinmarktreform.
Die Veranstalter zeigten sich mit Resonanz und Verlauf des Nachmittages sehr zufrieden und ließen das Treffen gemütlich bei einem Imbiss und Getränken ausklingen.




