Mittelstand hat hier nichts mit Mittelmaß zu tun

FH-Studierende zu Gast bei Trips

Grafenrheinfeld, 24.05.2011. Motorenprüfstände, Biogasanlagen, Produktionsanlagen für Blu-rays oder Öko-Lacke, Stromversorgungsnetze oder auch Luftkühlungsanlagen: Dies ist nur eine Auswahl von Automatisierungsprojekten, mit denen sich Ingenieure bei dem Mittelständler Trips in Grafenrheinfeld beschäftigen.

Trips-Geschäftsführer Detlef Reusch (links), der den automatisierten Zuschnitt der Schaltschrank-Montageplatten erklärtDiese Vielfalt ist es, die ihre Arbeit von der bei einem Großkonzern unterscheidet. Davon konnten sich 18 Studierende der Elektrotechnik bzw. Ingenieurinformatik am vergangenen Dienstag überzeugen. Die jungen Männer im vierten und sechsten Semester streben den Abschluss als Diplom-Ingenieur an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt an. In einem einstündigen Vortrag und einem anschließenden ausführlichen Firmenrundgang vermittelte Trips-Geschäftsführer Detlef Reusch einen Einblick in die Tätigkeitsbereiche des Automatisierungsdienstleisters, der im Oktober 2010 von Siemens als weltweit bester Lieferant im Bereich Innovationen ausgezeichnet worden ist.

Die Studenten erlebten die Entstehung einer Schaltanlage und der dazu gehörenden Prozessleittechnik vom CAD-Engineering über die Montage und Verdrahtung der Schaltschränke bis hin zur Programmierung der Steuerungen und der Bedienoberflächen. Mit diesem Portfolio bedient Trips seit mehr als 30 Jahren Kunden vielfältiger Branchen auf der ganzen Welt. "Von Abu Dhabi bis Zürich, von Automotive bis Zement". So beschreibt das 170-Mitarbeiter-starke Betrieb in Kurzform seine Kundenstruktur.

Langjährige Beziehung

Prof. Dr. rer. nat. Werner Denner begleitete die Studenten in das Unternehmen, das vielen bis dahin unbekannt war. Der Prodekan der Fakultät Elektrotechnik pflegt bereits seit mehr als 15 Jahren den regelmäßigen Kontakt zu den Gesellschaftern Christian Trips - selbst Elektrotechnik-Absolvent an der FH Schweinfurt - und seiner Schwester Carolin Trips. Von diesem Kontakt profitieren alle Beteiligten.

Studenten der Elektrotechnik an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg - Schweinfurt beim Firmenrundgang auf dem Trips-GeländeSo betreut Trips auch Diplomarbeiten, wobei die Diplomanden selbständig Teilaufgaben in aktuell beauftragten Projekten bearbeiten, wie beispielsweise in einem konkreten Fall die CAD-Elektrokonstruktion für die Umrüstung einer Präzisions-Schleifmaschine.

Gut aufgestellt im "War of Talents"

Zusätzlich zu Diplomarbeiten beschäftigt Trips regelmäßig immer wieder auch Praktikanten. Und so signalisierten einzelne Besucher von der FH auch konkretes Interesse an einer Praktikumsarbeit. Für manchen unter ihnen ist dies der erste Kontakt mit der Arbeitswelt und eine wertvolle Gelegenheit, mit einem möglichen späteren Arbeitgeber schon einmal auf Tuchfühlung zu gehen. Für Trips ist die regelmäßige Betreuung künftiger Absolventen ein wichtiger Kanal, um sich im "War of Talents" im Vergleich zum - insbesondere auch regional scharfen - Wettbewerb um die Besten zu positionieren.

Denn Hochschulabgänger aus dem Bereich Elektrotechnik sehen sich heute bei der Jobsuche in einer deutlich komfortableren Situation als noch vor einigen Jahren. Umso genauer schauen sie beim Arbeitgeber hin und fragen nach: Wie sind die Arbeitsbedingungen? Welche Arbeitszeitregelungen gibt es? Wie steht es um Reisetätigkeiten und - natürlich auch - um die Bezahlung? Auch hier braucht sich Trips nicht hinter der Großindustrie zu verstecken. Und so werden bereits die ersten Bewerbungen aus der Besucherrunde in der Trips-Personalabteilung bearbeitet.